FOKUS AUF DEN BEITRAG DER TAP ZU SÜDOSTEUROPA UND DER BALKANREGION
Bei den aktuellen Diskussionen zum Südlichen Gaskorridor fällt auf, dass eine Region übersehen wird, die den größten Nutzen daraus ziehen wird: Südosteuropa. Die Länder der Region sind stark von Gasimporten aus Russland abhängig. So decken Bosnien und die Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien ihren Bedarf zu 100%, Serbien zu 88% und Kroatien zu 39% aus russischem Gaslieferungen.
Dabei ist die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten nur eines der Probleme der Region. Andere Länder wie Albanien, Montenegro und Kosovo sind noch nicht an das Gasnetz angeschlossen und verfügen nur über die Primärenergiequellen Öl und Kohle.
Dazu kommt, dass das starke Wirtschaftswachstum Südosteuropas (BIP-Wachstum pro Jahr beträgt ca. 5%) den Bedarf noch weiter in die Höhe treibt. In Verbindung mit dem kollektiven Streben der Region nach der EU-Mitgliedschaft bedeutet dies, dass nicht nur mehr Energie, sondern auch ein aus Umweltaspekten ausgewogeneres Energieportfolio benötigt wird.
Hier kommt nun die Trans Adriatic Pipeline ins Spiel, die einzige geplante Pipeline im Südlichen Gaskorridor mit dem Potenzial, die Region mit Azeri-Erdgas zu versorgen. Dr. Lutz Landwehr, Strategy and Management Support Manager bei TAP, erklärt: „TAP kann die Abhängigkeit Südosteuropas vom derzeit einzigen Lieferanten durch die Erschließung neuer Gasvorkommen im Kaspischen Raum erheblich reduzieren. Darüber hinaus ist die TAP auf bis zu 8 Mrd. Kubikmeter Gegenstrom ausgelegt. Derzeit wird außerdem die Option der Anlage unterirdischer Lagerstätten in Albanien geprüft. Dadurch kann die Versorgungssicherheit der Region signifikant erhöht werden.“
Die Erdgas-Gegenstrom-Funktion kann in Notfällen sehr schnell aktiviert werden und erfüllt die in der Verordnung (EU) Nr. 994/2010 genannten EU-Voraussetzungen zum Schutz der Gasversorgungssicherheit. Des Weiteren ist dank der Pipeline auch eine Anbindung der Region an neue Gasvorkommen in Nordafrika sowie andere, stärker differenzierte Quellen wie den teilweise liquiden Gasmarkt in Italien möglich.
Eine dritte und ebenso attraktive Option ist die mögliche Anbindung an mehrere bestehende Pipelinesysteme in der Region. „Die TAP kann als integraler Bestandteil des Energierings im westlichen Balkan gesehen werden, der von der Energy Community vorgeschlagen wurde“, sagte Dr. Landwehr. „Dies ist von einiger Bedeutung, weil dadurch sichergestellt würde, dass die Balkanregion insgesamt an die Gasversorgung angeschlossen werden könnte.“
TAP could connect to the Ionian Adriatic Pipeline and Western Balkan Ring Um ihr Bekenntnis zur Region zu demonstrieren, unterzeichnete die TAP vor kurzem zwei Absichtserklärungen über die Zusammenarbeit mit den kroatischen und bosnischen Systembetreibern Plinacro und BH-Gas, die beide die Ionian Adriatic Pipeline (IAP) unterstützen. Ab einem Anbindungspunkt zur TAP in Albanien möchte die IAP Gas in das nördliche Albanien, nach Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie nach Kroatien liefern.
„Diese Vereinbarungen bieten einen Rahmen für die technische Zusammenarbeit, die gegenseitige Anpassung der Pipeline-Terminpläne und die Entwicklung politischer Unterstützung für beide Projekte“, so Cecilia Wagner, Senior Business Development and Permitting Advisor bei TAP.
„Die Länderbehörden und die Kommunen sind begeistert vom Potenzial der TAP, was die Bereitstellung neuer Energieressourcen für die Region angeht“, fügte sie hinzu. „Der wichtigste Schritt besteht nun darin, die Rahmenrichtlinien zur Unterstützung der Entwicklung der Infrastruktur und der privaten Investitionen in die Region zu etablieren.”
Letztlich wird die Versorgung Südosteuropas mit Gas die wirtschaftliche Entwicklung und die politische Stabilität der Region sicherstellen. „Dies ist insbesondere deshalb wichtig, weil diese Länder einen EU-Beitritt innerhalb der nächsten zehn Jahre anstreben“, fügte Dr. Landwehr hinzu.
Die TAP kann nicht nur die strategischen Zielsetzungen der Diversifizierung der Energieversorgung innerhalb der Gesamt-EU und besonders in der gesamten Balkanregion erreichen. Es handelt sich hier auch um ein kommerzielles Projekt, das nicht öffentlich finanziert wird und somit weder die EU noch die Anrainerländer finanziell belasten wird. „Die kostenneutrale Erfüllung der EU-Zielsetzungen bei gleichzeitiger Deckung des Bedarfs Südosteuropas sollte ein großer Anreiz sein, wenn über das im Sinne der Region beste Pipelineprojekt entschieden wird“, gab Wagner abschließend zu bedenken.
Dieser Artikel erschien im Mai 2011 im TAP Newsletter www.trans-adriatic-pipeline.com/en/next-seiten/newsletter-en/issue-5-may-2011
